Freitag, 20. September 2019

Neu im Kino





 Krankheitshalber und aus dem bekannten, mehrfach geschilderten Grund diesmal keine eigentlichen Reviews, sondern nur einige Hinweise, die mir wichtig erscheinen.
Brad Pitt könnte glatt eine Art neue Inkarnation von David Bowies Major Tom sein, wenn er ein paar Jahre jünger wäre. Immerhin sieht er indes noch knusprig genug aus, um in einem Film die Rolle des (reifen) Sohns statt der Vaterrolle zu mimen, und zwar in dem spacigen SF-Werk Ad Astra. Der Harr Papa ist im All verschollen und der Sohnemann geht beherzt auf die Suche. Über die Qualität des Films gehen die Meinun- gen auseinander, wir konnten ihn leider noch nicht sehen.

Das gilt auch für Downton Abbey. Wenn Kinoversionen erfolgreicher Fernsehserien ins Kino kommen, geht es meistens gründlich schief, Paradebeispiel war vor 20 Jahren Mit Schirm, Charme und Melone. Und diesmal? Es geht um den britischen König höchstpersönlich nebst Gattin, die in Downton Abbey zu Besuch erwartet werden.


Obwohl ein deutscher Film, wurde Systemsprenger allgemein gelobt und erhielt schon Preise. Wahrscheinlich Geschmackssache. Auf jeden Fall interessant und schon seit zwei Wochen im Kino ist Die Agentin: Diane Kruger/Krüger, unser blonder Traum in Hollywood spioniert, auisgerechnet für den israelischen Geheimdienst Mossad (der angeblich seinen Namen geändert hat, nix Genaues weiß man nicht, ist halt geheim; der russische Geheimdienst änderte vier- oder fünfmal seinen Namen).
Und die Stallone-Fans dürfen sich freuen: der neue, bereits vor Wochen hier angekündigte und wohl endgültig letzte Rambo-Film ist gestartet. (fb)





Zoff um Kontakt der AfD zur hessischen Filmförderung







Wegen eines Gesprächs, das Filmförderungschef Hans Joachim Mendig mit AfD-Lenker Jörg Meuthen führte, soll er nun zurücktrten. Das fordern über 300 Künstler, mehrheitlich natürlich Filmschaffende.








Sollte man diesem Mann den berühmten Gebrauchtwagen abkaufen? Wir meinen: Ja. Sieht so ein Rechtsradikaler aus? Wir meinen: Nein. Eher ist da schon verwunderlich, dass Herr Mendig in seiner Eigenschaft als Film- produzent ein Filmförderungsgremium leitet. Solange er jedoch sich selbst keine Gelder zuschanzt (er ist schließlich Hesse und kein Österreicher), wäre auch das in Ordnung.

Mehr dazu im nächsten Heft.





Gesichter, die uns auffielen: Elisabeth Müller










Apropos Alpenländer: Der Schweiz verdanken das deutsche Theater und der deutsche Film eine Reihe bemerkenswerter Künstler, man denke nur an Bruno Ganz oder an Liselotte Pulver. Die gebürtige Baselerin Elisabeth Müller war ein Star der 50er Jahre, sie vertrat im Gegensatz zur Pulver das weniger komödian-tische Fach, sie verkörperte einen ebenfalls charmanten, aber ernsteren Frauentypus, mehr in Richtung Ruth Leuwerik, nur jünger, Typ ideale Schwiegertochter.

Am Züricher Schauspielhaus war sie in der Urauführung von Zuckmayers Des Teufels General als Schauspielerin Diddo mit dabei (die Rolle, die in Käutners Verfilmung Marianne Koch spielte). Ihre Filmrollen mochten oft etwas hausbacken wirken; dass sie auch anders konnte, zeigte sie zum Beispiel in den 70er Jahren, wieder am Theater, als Ibsens Nora.
Bemerkenswert sind ihre Auftritte in Hollywood-filmen, neben Robert Mitchum in einem Kriegsfilm von Rober Aldrich, Hügel des Schreckens, der allerdings in Griechenland gedreht wurde; und in Die Macht und ihr Preis mit Robert Taylor als Partner. 2008 ist Elisabeth Müller im Alter von 80 Jahren gestorben. (fb)



 




Freitag, 16. August 2019

Vor 75 Jahren - Kurt Gerron schenkt dem Führer einen Film




Er hatte keine Wahl: Am 16. August 1944, heute vor 75 Jahren begannen, wenn die historischen Quellen zutreffen, die Dreharbeiten zu einem Film, der wie ein das Reale abbildender Dokumentarfilm wirken sollte, tatsächlich jedoch eine Verfälschung, genauer Beschönigung des Konzentrationslagers in Terezin, damals offiziell Theresienstadt, im Reichsprotektorat Böhmen und Mähren wurde. Regie führte auf Veranlassung der SS der Berliner Jude Kurt Gerron, der neben seiner früheren Arbeit als Schauspieler auch Erfahrung in der Filmregie besaß.

Angeblich wurde Gerron damals versprochen, er werde das KZ nach Beendigung des Films frei sein, doch dazu kam es nicht. Der Film wurde ohne ihn fertiggestellt und angeblich im Zeitraum Januar bis März 1945 noch einige Male in einer ca. 90 Minuten dauernden Fassung vorgeführt, unter anderem im nahen Prag. Diese Langfassung gilt als verschollen.

Filmhistorisch bedeutsam ist das Filmwerk, dass unter dem Titel Der Führer schenkt den Juden eine Stadt in die Filmgeschichte einging, eigentlich aber einen wesentlich nüchternen Titel erhalten sollte, nicht zuletzt aufgrund seines Entstehens quasi hinter Goebbels´ Rücken. Es beweist somit, dass der Minister in Berlin doch nicht die völlige absolute über die Filmproduktion besaß, und dass die SS auch in dieser Hinsicht ein Staat im Staate war. Näheres im nächsten Heft.



Dienstag, 13. August 2019

Gesichter, die uns auffielen: John McGiver





Beim Namen McGiver denken die Jüngeren wohl eher an die gleichnamige mittelprächtige Ac- tionserie mit dem feschen Titelhelden, einer Art Brad Pitt für Fußgänger. Wer das klassische Hollywood liebt, hat indes ein ganz anderes Gesicht im Sinn. Der 1913 geborene John McGiver arbeitete zunächst als Lehrer in der Bronx, hatte auch schon mal fürs Theater gearbeitet, fand jedoch die Bezahlung zu dürftig, im Laufe der Jahre wurde er Vater von zehn Kindern. Gleichwohl gab er mit über 40 Jahren das Lehrerdasein auf und wagte ein Umsatteln in den Schauspielerberuf. Selbst wenn seine Lehrtätigkeit nicht so abgesichert gewesen sein dürfte wie die eines deutschen Beamten, so verdiente sein Entschluss doch großen Respekt. Das sind eben die Amis, sie sagen sich: man lebt nur einmal, und jedes Risiko ist eine Chance.

Sein Mut wurde belohnt. Im Laufe der Jahre erhielt McGiver einige markante Nebenrollen im Spiel- und ebensolche Hauptrollen im Fernsehfilm. Das Bild oben zeigt ihn als Verkäufer im Juwelierladen Tiffany´s im bekannten Hepburn-Klassiker, wo er ganz der seriös-verbindliche Charakter sein durfte, dem man nicht nur den Gebrauchtwagen abkaufen würde. Weniger bekannt (und bei Wikipedia wieder mal nicht erwähnt) ist seine Mitwirkung als Richter in dem unvollendet gebliebenen letzten Film der Marilyn Monroe, Something´s Got To Give. Neben Autoritäten konnte er auch Fieslinge und ironisch-komische Rollen (etwa in der Serie Auf der Flucht, wo er Dr. Kimble Unterschlupf gewährt) gestalten, eine Vielseitigkeit, die man seinem zunächst etwas bieder wirkenden Gesicht nicht unbedingt zutraut, wie leicht man sich da irren kann. Den Fans der Serie Immer wenn er Pillen nahm ist er heute wohl noch am Besten in Erinnerung.




DVD-Markt: Frankfurt Kaiserstraße kommt








































Das ambitionierte DVD-Label Subkultur-Entertainment bringt demnächst einen Film heraus, der zwar nicht direkt zur Subkultur, eher zur leicht trashig-interessant und romantisch gelungenen Filmkunst zählt: Frankfurt Kaiserstraße (198!9 von Roger Fritz. Ein Thema in drei Variationen, eine ist die auf 150 Stück lititierte Version sein, die auch einen Nachdruck des Originaldrehbuchs enthält. Soll alles am 11. Oktober erscheinen.


Samstag, 3. August 2019

Rätseln mit Ronnie



Veronica Zemanova





Bei welcher englischen Fernsehserie wird in der Vor- und Abspannmusik Johann Sebastian Bach zitiert?

Kleiner Tipp: Es ist eine Krimiserie, also nicht Yes, Minister oder Yes, Premierminister.

Auflösung wie immer am Postende.






Ab Donnerstag:: Berlin, I love You mit Ex-Porno-Braut Sibel Kekilli


Der französische Produzent E. Benbihy hat einen Zyklus Cities of Love kreiert und, man höre und staune, auch Berlin ist darunter. Zur Abwechslung gewinnt das Ausland der deutschen Hauptstadt etwa tatsächlich eine romantische Seite ab????  Und nicht oder nicht nur die Ex-Nazi-Metropole. die sie in Wahrheit nie war???
Im "roten Berlin", wie es schon in den 20er Jahren hieß, fühlten sich die Nazis nie so recht wohl, kein Wunder. Die offizielle "Hauptstadt der Bewegung" war München, die Reichsparteitage fanden in Nürnberg statt etc. Dank der unliebsamen Person namens Antje Krumm kann ich leider auch zu diesem Film nichts Näheres vermelden, nur dass er aus mehreren Kurzfilmen bestehen soll, dass bei mindestens einem Til Schweiger Regie führt (er will beweisen, dass er nicht nur als Schauspieler nichts taugt), dass Keira Knightley eine Flüchtlingshelferin spielt (aber wer will schon Flüchtlings im Kino sehen???), dass Helen Mirren ihre Mutter spielt (die Frau könnte sich auch langsam endlich mal zur Ruhe setzen, an ihr hat man sich weidlich sattgesehen) und dass auch noch unsere Paradetürkin Sibelk Kekilli mitwirkt. Ich wage mal eine Fern- diagnose: Ihr Porno Head-On war künstlerisch wertvoller. 

Und wo wir gerade beim Thema sind .....




Pornografie   -   Karriere eines Begriffs 











Aus gegebenem Anlass - Madame Kekilli, siehe oben -  folgt nun ein schon früher vorgesehener, aber wegen technischer Probleme liegen ge- bliebener Beitrag.
Die Älteren werden sich erinnern: In den späten 60er Jahren und noch in den frühen 70ern wurden in Deutschland ganz allgemein für Filme, deren weibliches Ensemble vornehmlich im Evakostüm herumlief, einfach als "Sexfilme" bezeichnet, manchmal auch als Pornos, was aber, jedenfalls aus heutiger Sicht, irreführend war. 
Manche Titel kokettierten schon selbst mit dem etwas deftiger klingenden Wort Porno, etwa Alois Brummer mit seinen beiden Graf Porno-Filmen. Es handelte sich jedoch bekanntermaßen nicht um Kinowerke, in denen es richtig zur Sache ging, das war hierzulande noch gar nicht erlaubt, sondern in denen nur simuliert, also gespielt wurde  -  so gesehen waren im übrigen die vielgescholtenen "Darsteller" in Lass jucken Kumpel, im Schulmädchenreport etc. durchaus Schauspieler, die Mädels wie die Kerle. 

Mitte der 70er kam dann die Liberalisierung, wie sie in Skandinavien und mitunter sogar den prüden USA  längst obwaltete: Nun hiess Pornofilm Film, in dem richtig Gas gegeben wird, mit sichtbarem Eindringen ins Mädel und finaler Ejakulation   -   Shocking! Als zweiter entsprechender Begriff bürgerte sich Hardcore ein, im Gegensatz zu Softcore.
Seit schätzungsweise 20 Jahren gibt es im Zuge der allgemeinen sogenannten politischen Korrektheit ein nunmehr feministisches Rezeptions-Rollback: Nun kann auf einmal wieder, wie in den Sixties, jeder Film mit nackten Frauen als Porno bezeichnet werden, selbst die harmlosen Schulmäd- chenreports sind nun "Soft-Pornos". Der Unterschied: Diesmal erfolgt die Etikettierung nicht im Sinne der Befreiung, so wie es zum Beispiel bei den Angelsachsen die "Bann the Bra"-Aktionismen waren, sondern negativ im Sinne von frauenverachtend, frauenfeindlich  -  wobei "feindlich" ein Begriff aus dem Kriegswesen ist, eines jener Signale dafür, wie ungemütlich das Verhältnis zwischen den Geschlechtern geworden ist.


Es gibt somit drei historische Phasen: 

1. bis Anfang der 70er Jahre: Sämtliche Erotikfilme mit Liebesszenen nackter oder halbnackter Akteure sind "pornografisch", damals noch mit "ph", also "pornographisch" oder schlicht "Pornofilme" oder "Pornos". Parallel verwendet man "Sexfilm".
2. von Mitte der 70er bis - ungefähr - Mitte der 90er/Millenium: Nur Filme mit realem Liebesakt sind pornografisch.
3. vom Millenium bis heute: Alle Filme mit nackten oder halbnackten Frauen sind pornografisch = in allgemeiner Mainstream-Lesart frauenfeindlich.


Auf welche Weise sich diese neue Prüderie männerfeindlich gestaltet, erwies sich vor einiger Zeit, als in den Medien das Ableben von Filmproduzent Wolf C. Hartwig gemeldet wurde. Man bezeichnete ihn unter anderem abwertend als "Soft-Porno-Produzent". Hartwigs normale" Filme wurden gar nicht erwähnt. Ich bezweifle, dass der bundesdeutsche Durchschnittsspießer in der Provinz solch  fein- sinnige Trennungen zwischen "Hard" und "Soft" beim Lesen oder im Radio hörend zu machen imstande ist, seine Mitbürger mit Migrationshintergrund können es ebensowenig.
Wenn es dereinst einmal die Nachrufe auf Ingrid Steeger oder Gila von Weitershausen geben wird, schreibt garantiert niemand, sie hätten ihre Karriere mit Soft-Pornos begonnen  -  das würde von der Familie und von den feministischen Moralwächterinnen als frauenfeindlich bezeichnet, das Recht hierzu würden sie notfalls vor Gericht einklagen. Auf exakt diese Weise wird in Deutschland bei Männern und Frauen mit zweierlei Maß gemessen. (fb)



Dantes DVD-Inferno: Interessantes meist nur im Ausland




Haben sie es auch schon mal erlebt? Da wollen Sie einen sehenswerten älteren deutschen Film als DVD kaufen, müssen ihn aber im Ausland bestellen. Traurig, aber wahr: Der Prophet gilt nichts im eigenen Land. Freilich gibt es, quasi als Feigenblatt, einige Ausnahmen, so wurde die digitale Restaurierung des deutschen Science-Fiction-Films Gold von 1934 mit Hans Albers und Brigitte Helm mit Staatsgfeldern gefördert, ebenso die des UFA-Jubiläumsfilms Münchhausen, wiederum mit Albers. Dies sind Ausnahmen, sie bestätigen die Regel und sind manchmal auch noch unverschämt teuer, trotz Steuergeld-Förderung, Paradebeispiel ist die DVD-Serie des Münchner Filmmuseums.

Das Filmwesen wird bei uns bis auf den heutigen Tag nicht recht ernst genommen, diese Haltung sitzt einfach zu tief in den Genen. Der Film Der amerikanische Soldat, ein Frühwerk Fassbinders, war jahrelang nur in einer britischen Edition erhältlich. Ganz aus ist es entsprechend mit ausländischen Filmen, die nicht sofort den großen Profit versprechen. So musste ich zum Beispiel eine Box mit sechs höchst sehenswerten Jean-Har-low-Filmen in Spanien bestellen. Der Grund liegt wohl im besonderen Faible der Südeuropäer für Blondinen. 

Und wie viele sehenswerte Epen liegen nur bei den Amis vor, die nur mit Playern für Region 1 ab- spielbar sind. In den letzten Jahren ist man zwar davon abgekommen, um sich dem europäischen Markt zu öffnen, und programmiert "all Regions", dennoch ist das Ärgernis noch immer groß genug. 
Je größer die Konkurrenz des Internet-Downloads wird, umso geringer die Chance, dass sich auf dem deutschen Scheibenmarkt etwas ändert. Dss Netz hat eben mehrere Nachteile: oft illegal, mit schlechter Bildqualität und ohne Box, in der man sich den Film ins Regal stellen kann; es sei denn man überspielt mühselig und macht sich seinen eigenen Aufkleber und ein eigenes Box-Papierchen.


Lässig am Gerät: Deanna Durbin in Something in the Wind

EIn weiteres Indiz für die größere Wertschätzung der Filmkunst im Ausland bilden die manchmal erstaunlich hohen Preise. Da werden 50, 100 und noch mehr Euro für Filme bezahlt, die nicht oder kaum zum allgemeinen Meisterwerk-Kanon gehören und allenfalls gewisse Special-Interest-Merkmale besitzen  -  mit den Deutschen ist das nicht zu machen, sie sind einfach zu knauserig.

2 Beispiele: Susan slept here von 1954, bei uns damals umbenannt in Eine Nacht mit Susanne, lang ist´s her, und völlig in Vergessenheit geraten - bei uns. Regie führte der letztlich wohl doch etwas überschätzte Ex-Comiczeichner Frank Tashlin, wenngleich seine Filme das gewisse Etwas haben, dass seine Filme ein wenig über die Mainstream-Konventionen der Fifties erhebt; es ist heute halt nur nicht mehr nachvollziehbar, wie die deutschen Filmkritiker in den 70er und 80er Jahren bei Tashlin-Wiederaufführungen derart in Verzückung gerieten. Man denke nur an The Girl Can´t Help It, den ich einerseits nichr nur wegen Jayne Mansfield, Fats Domino und Little Richard  für sehenswert halte  -  aber deshalb gleich in die oberste Etage des Kultfilm-Olymps? Eine Rezeption wie die in den 70ern und 80ern sagt imgrunde mehr über das damalige bundesdeutsche Bedürfnis nach Altären zum Anbeten aus.

Doch zurück zu Susan bzw. Susanne. Dieser vor allem für Buffs von Tashlin, Debbie Reynolds und Anne Francis interessante Streifen kostet derzeit bei Amazon als DVD 71,36 Euro plus Versand. Und es kommt noch dicker: für Something In The Wind, eine hier gar nicht gelaufene Musikkomödie von 1947 mit Deanna Durbin, löhnt man derzeit bei Amazon - man höre und staune- 283,41 Euro, plus Versand. Und es ist nicht mal eine Blu-ray, künstlerisch zählt man ihn auch nicht zu ihren besten Werken.
Besser hätten die von Amazon den Preis gleich in Dollar genannt, denn wer kennt bei uns schon Deanna Durbin? In ganz Deutschland vielleicht zwanzig Männeken, mit mir einundzwanzig mei- netwegen, die sich fanatisch mit Filmgeschichte befassen. Bei den Yankees dagegen scheint sie noch ähnlich präsent zu sein wie Judy Garland, sonst wäre ein solcher Preis, für den man glatt auch eine 70mm-Kopie bekäme, wenn es sie denn gäbe, unrealistisch. Aber ein reicher und filmbeses- sener Amis, vielleicht auch ein Franzose würde womöglich tatsächlich so tief in die Tasche greifen, um rund 300 Euro für eine DVD zu bezahlen, und darauf spekuliert Amazoin eiskalt: Gut für deren geschäft, schlecht für uns Filmbuffs, die nicht ganz so reich sind. Aber vielleicht gibt es das Epos ja irgendwann auch mal wieder billiger.



Rätsel-Lösung




Department S





Donnerstag, 25. Juli 2019

KIDZARTZ: Die drei !!! ab heute im Kino






Auf diese Idee musste man erstmal kommen. Nach dem Erfolg der Drei Fragezeichen erfand jemand die Drei Ausrufezeichen. Leider gehört auch dieser Film zu jenen, die ich nicht sehen konnte, aber das Titellied durfte ich per Zufall im Radio konsumieren: Es soll jungen Mädels im Grundschulalter offenbar bereits Mut machen, das leicht abgedroschene Klischee von der "starken Frau" zu erfüllen. Der Text belehrt uns, Mädchen seien "anders" und machten vieles "besser". Indertat, so heisst es etwa nicht selten in der Tiefenpsychologie, dass Mädchen und Frauen ein größeres Talent zur Intrige haben und dazu, ihre Mitbürger zu manipulieren und in die Pfanne zu hauen (wohl der von Mutter Natur so gedachte gerechte Ausgleich dafür, dass Frauen meist körperlich kleiner sind, kleiner, aber cleverer im Sinne von gerissener). Deshalb ist auch leider das Ende des Refrains fragwürdig, wenn die Kameradschaft unter Mädels beschworen wird, denn genau die funktioniert bei den Jungs dem-entsprechend wesentlich besser.
Aber vielleicht ist das Kunstwerk ja an sich ganz brauchbar. Jürgen Vogel spielt mit, das kann ein Gewinn sein, muss aber nicht. (fb)




Das Parlament im Film

Haben Sie das auch gesehen? Weil der Plenarsaal des Bundestages renoviert wird, kommen die Abgeordneten zur Vereidigung unserer neuen Verteidigerin in einem Provisorium zusammen. Und wo? Man pfercht sie tatsächlich im benachbarten Paul-Löbe-Haus zusammen, und zwar auch noch im Foyer!
Das sind die Momente, wo ich mich frage, ob die Franzosen, Briten und Italiener nicht doch recht haben, wenn sie uns gelegentlich für kulturlose Primitive halten. Wie reagierten die Medien? Genau so kleinbürgerlich und spießig wie der deutsche Durchschnittsbürger, es wurde ausgerechnet, welche Summen es kostet, um die Politiker aus den Ferien nach Berlin zu fliegen, nur um bei einer Verei-digung anwesend zu sein (es waren eh nicht restlos alle da), und kaum jemand nahm an der peinlich provisorischen, imgrunde häßlichen Location Anstoß.
Der Plenarsaal im Reichstag selbst ist freilich auch nicht viel besser und wirkt wie ein Besucher-Wartesaal im Krankenhaus, das war in der Kaiser- und der Weimarer Zeit anders, die Krönung ist im wahrsten Sinne des Wortes die Glaskuppel von Norman Foster, an der sich damals die Geister schieden. Ich gehöre zu denen, die finden, dass sie wir die Faust aufs Auge wirkt. Da hatten die Nazis beinahe noch mehr Stil, als sie nach dem Reichstagsbrand 1933 in die Kroll-Oper auswichen.

Im britischen Unterhaus habe ich einerseits immer die relative Enge des Plenarsaals - so wirkt er jedenfalls auf Fotos und im Fernsehen - bedauert, andererseits aber stets bewundert, dass dort auf dem großen, zugleich als Rednerpult dienenden Tisch tatsächlich zwei Reihen mit Büchern stehen bzw. liegen. Diese Bücher werden sicherlich so gut wie nie benutzt und doch erfüllen sie mindestens zwei Funktionen. Sie stehen ganz allgemein für die Tradition des Hauses und wenn man so will auch noch dafür, dass Politik (so sollte es jedenfalls sein) etwas mit Geist und Gelehrsamkeit zu tun hat.

Die Deutschen haben eben jeglichen Sinn für Repräsentation verloren; hätte man für die gestrige Sitzung nicht einen großen Saal zum Beispiel im Berliner Schloß Charlottenburg nehmen können? Als 2003 das 40jährige Jubiläum des deutsch-französischen Freundschaftsvertrages zu einer ge- meinsamen Sitzung von Bundestag und französischer Nationalversamlung führte, fand diese im Spiegelsaal von Versailles statt. Die Franzmänner wissen, wie man Staat macht, wir wissen es nicht.

Und so gibt es auch nur recht wenige Spielfilme, die sich im Laufe der deutschen Filmgeschichte den Reichstag als Schauplatz wählten. Von den ganz alten, im mitunter so genannten "Heiligen Rö-mischen Reichs teutscher Nation" abgehaltenen unregelmäßigen Reichstagen - die allerersten hatten noch unter freiem Himmel stattgefunden - gab es meines Wissens überhaupt nur Bemühungen um Martin Luthers großen Auftritt. Er musste sich vor Kaiser und reichstag verteidigen und tat den berühmten Spruch "Hier stehe ich, ich kann nicht anders!" Recht beeindruckend war hier Lambert Hamel von den Münchner Kammerspielen in einem mehrteiligen Luther-Fernsehfilm von 1980. Vor ungefähr zehn Jahren gab es dann einen deutschen Lutherfilm mit einem Ami in der Hauptrolle, schon äußerlich eine Fehlbesetzung, viel zu schlank, während Hamel ideal war.  -  Der spätere "Immerwährende Reichstag" im Rathaus von Regensburg kam wohl gar nicht zu Leinwandehren.

Es gibt drei oder jedenfalls mindestens drei Filme, für welche der Plenarsaal des Reichstages im Kaiserreich nachgebaut wurde: Für Carl Peters, mit Hans Albers in der Titelrolle, wo man ihn im Plenum gegen die Sozialdemokraten wettern hört, dann für Die Entlassung (oder verwendete man dieselben Bauten? Unwahrscheinlich.) mit Emil Jannings als Bismarck am Rednerpult. Der Vor-gängerfilm Bismarck von 1940 mit Paul Hartmann in der Hauptrolle handelt von seiner Zeit als preußischer Ministerpräsident bia 1871, man sieht ihn nur vor dem preußischen Landtag, den Norddeutschen Bundestag sparte man aus, wenn ich mich recht erinnere.Und schließlich 1968, ebenfalls in Babelsberg gedreht, Trotz alledem!, diesmal Personenkult von links, ein Ostzonen-Epos über Karl Liebknecht. Um ihn vor dem Reichtstag redend zu zeigen, wurde der Saal nachgewie-senermaßen nochmals aufwendig nachgebaut.

Der Grund, weshalb ausgerechnet die beiden deutschen Diktaturen sich diese Mühe machten, ist naheliegend: der jeweilige Personenkult diente der Rechtfertigung des eigenen Regimes. Peters war Antisemit, was im Film allerdings nur angedeutet wird, und Liebknecht war nach 45 als Pionier und Säulenheiliger des Bolschewismus zu gebrauchen.
Aus dem Bundestag nach 49 fand bislang nach meiner Kenntnis noch nichts Eingang in eine Spielfilmszene, kein Wunder. (fb)



Montag, 22. Juli 2019

AVENGERS - ENDGAME ist erfolgreichster Film aller Zeiten



Seit vorgestern steht es fest: Der neue Avengers-Film hat in Bezug auf Umsatz an den Kinokassen weltweit den mit 2,7897 Milliarden Dollar Umsatz (die sogenannte "brotlose Kunst" eben) bisherigen Platzhalter, James Camerons Avater, überholt, wie DeutschlandRadio Kultur heute früh meldete.

Bis vorgestern oder gestern war es nicht vollkommen klar, da die Umsatzzahlen von Avater nochmals neu berechnet worden waren. Doch nun dürfte kein Zweifel mehr bestehen, auch wenn der Vergleich noch nicht "inflationsbereinigt" erfolgt. Glückwunsch.
Zum Film selbst können wir leider nichts sagen, da unsere journalistische Arbeit wie gesagt von einer gewissen Person namens Antje Krumm sabotiert wird und daher der Zutritt zur Pressevorführung in Köln oder Düsseldorf verwehrt war; wegen einer PV in eine andere Stadt zu fahren ist finanziell und zeitlich nicht möglich. Widmen wir uns also stattdessen der Frage, welcher deutsche Film denn eigentlich bislang der erfolgreichste war.

Dies ist, gemessen an den Besucherzahlen, nach wie vor ein 77 Jahre alter Film, Die große Liebe, mit Zarah Leander und Viktor Staal in den Hauptrollen, Regie Rolf Hansen, gedreht mitten im Krieg. Nun ließe sich einwenden, dass damals neben den Kinomärkten der befreundeten und verbündeten Länder auch der Kinopark im besetzten Ausland zur Verfügung stand. Andererseits war auch die ge- teilte alte Bundesrepublik von 1949 bis 90 alleine schon der größte Filmmarkt Europas, und zwar Gesamt-Europas; und die weltweite Erfolgsgeschichte des Schulmädchen-Reports zeigt, wie leicht man in den 70ern und 80ern cineastische Staatsgrenzen überschreiten konnte, auch ohne in die Länder einzumarschieren. Und last not least: Da es kaum eine deutsche Filmwissenschaft gibt, die diesen Namen verdient, läßt sich auch nicht oder nur in Ausnahmefällen der Frage nachgehen, ob die Kinobesitzer z.B. im im besetzten Russland überhaupt dazu gezwungen wurden, bestimmte Filme zu zeigen, oder ob sie auswählen durften.

Hier liegen zwar keine konkreten Zahlen vor, aber die Schulmädchen bildeten ohne Zweifel, weit vor der Karl-May- und der Wallace-Welle, die erfolgreichste deutsche Kinofilmserie aller Zeiten, trotz mancher Erfolge der Konkurrenz: Vanessa, ebenfalls Softerotik mit Olivia Pascal in der Hauptrolle, wurde in 54 Länder verkauft, wohl nicht zuletzt Dank der Kamera von Meister Franz Xaver Lederle, der zu Recht eine eigene Fangemeinde hat und jene damals angesagte pseudoromantische exotische Kitsch-Aura a´la Emmanuelle perfekt zu erzeugen verstand.

..... und gemesen am Umsatz? Soll man sich das antun, auszurechnen, ob Frau Pascal eventuell Frau Leander geschlagen hat, inflationsbereinigt gar? Wir begnügen uns an dieser Stelle mit dem Hinweis, dass eine deutsche Reichsmark im Jahre 1942 wesentlich mehr wert war als ein Euro von 2019. Viel Spaß beim Rechnen. (fb)



Freitag, 12. Juli 2019

Nicht diktiert, aber gelesen: Die Nachrufe zu Artur Brauners Tod sind ein Trauerspiel für sich



von Frank Blum


Addio Atze  -  nun hat es ihn also schließlich erwischt, irgendwann musste es ja geschehen.

Und die Kritikerschelte geht weiter, sie wollen es nicht anders: Friedeman Beyer hat keine Ahnung, Fritz Göttler hat keine Ahnung, und der ungenannte Autor der Bild macht denselben Fehler: Artur Brauner hat Die Halbstarken produziert, Bild brachte gar noch ein Szenenfoto mit Buchholz und Karin Baal. Au weia! Wie ist so etwas möglich? Die einzige Erklärung, die mir einfällt: Diese Journalisten, auch der von mir eigentlich hochgeschätzte Göttler, haben alle falsch voneinander abgeschrieben, weil es ihnen einfach zu gut geht, genau wie unseren sogenannten Filmschaffenden auf der Pro- duktionsebene. Hier wie da regiert eine Mafia aus gewohnheitsrechtlichen Geister-Planstellen, wie bei Beamten, sie machen jahrzehntelang Fehler und werden trotzdem nicht gefeuert. Der erste, bei dem alle anderen abgeschrieben haben, hat wohl Die Halbstarken mit Die Frühreifen verwechselt, das war indertat ein Atze-Film, mit dem er sich wie so oft vom Erfolg eines Vorläufers eine Scheibe abschneiden wollte.

Und das war nicht der einzige Fehler, den sich Beyer in der Welt und Göttler in der Süddeutschen leisteten, gerade der von mir bis jetzt besonders verehrte Göttler enttäuscht mich entsprechend tief. Bei den von mir gelesenen Nachrufen schnitten noch die aus dem Kölner Stadt-Anzeiger und dem besonders ausführlichen im Berliner Tagesspiegel recht gut ab, wobei der Tagesspiegel sich auch einige kritische Töne erlaubte. Anlass gab Atze genug, etwa wenn er in der Korrespondenz zu Der letzte Zug seine Produktionspartner zur Weißglut brachte, wenn er über seine Unterschrift stets "Diktiert, aber nicht gelesen" schrieb. Das ist kein Witz, ich habe die Korrespondenz personlich eingesehen.Wie löblich also der Ton des Tagesspiegel gegenüber dem Kniefall unserer Kultur- staatsministerin Grütters, die wie fast alle Politiker die politische Korrektheit mit Suppenlöffeln inha- liert hat und kundtat, Brauners Entscheidung, nach Kriegsende in Berlin zu bleiben, sei wie "ein Geschenk" an die Deutschen gewesen.

Die Wahrheit sieht anders aus. Artur Brauner hat niemals jemandem irgendetwas geschenkt. In Berlin blieb er, weil er damals dachte und zugleich geschäftlich kalkulierte: In dieser Stadt kann es nur aufwärts gehen. Er profitierte von den Fördermilliarden des Bundes, die nach West-Berlin flossen, von der deutschen Rechtssicherheit, auf der er sein Film- und vor allem sein internationales Im- mobilienimperium errichten konnte, von der Größe des deutschen Filmmarktes, der schon vor der Wiedervereinigung der größte Europas war - bis zur Abschaffung der Vermögenssteuer durch Kanzler Kohl, die Brauner wie alle Millionäre jubeln ließ. Zwischen diesen beiden Polen, der Entscheidung zum Verbleib in Deutschland bis zum Erlass der Vermögenssteuer liegt ein halbes Jahrhundert voller beruflicher Erfolge, die Brauner in anderen Ländern nicht unbedingt vergönnt gewesen wären. Und er profitierte von der Verwandtschaft des Jiddischen mit der deutschen Sprache und last not least vom Schuldkomplex der Deutschen den Juden gegenüber.

Bereits während des Krieges wurde er zweimal von einem Wehrmachtsangehörigen gerettet, was freilich in keinem der Nachrufe auch nur angedeutet wird  -  die Wehrmacht kann eben nicht einfacf etwa mit der SS in einen Topf geworfen werden, eine solche Prätorianergarde war die Wehrmacht eben nicht.
Schon Anfang September 1939 wurde Brauner in Polen zum Tode verurteilt und dann am Vorabend der Exekution von einem Wehrmachtsoffizier begnadigt, er ließ den jungen Mann laufen. Als Brauner sich später in einem der Wälder, die wohl im russischen Grenzgebiet oder dem von den Russen besetzten Ost-Polen lagen, versteckte sich Brauner zusammen mit anderen in einem Erdloch. Da wurden sie von einem deutschen Soldaten entdeckt; dieser überlegte kurz, grüßte dann und ging weiter.
Und das steht nicht im Amateurlexikon Wikipedia, sondern bei Brauner selbst, in seinen 1976 er- schienenen Memoiren. Seitdem, so schreibt er dort, war für ihn klar, dass Gut und Böse keine Frage der Nationalität sind. Was ihn indes später, als er in Deutschland hohe Steuerschulden hatte, nicht daran hinderte, die Kollektivschuldthese zu instrumentalisieren und auf besondere Rücksicht auf ihn als Juden und Holocaust-Überlebenden zu pochen.

Nun wartete ich also noch auf den Nachruf in der Zeit, verfasst vom Regisseur Dominik Graf, und die Zeit erscheint bekanntlich erst Donnerstags. Hier, um etwas versöhnlicher zu enden, fand ich beim ersten Überfliegen keine empirischen Fehler. Besonders sympathisch ist mir natürlich, dass Graf den Todesrächer von Soho dermaßen ausführlich behandelt, ist er doch wie Akasava, dem Namensgeber unserer Filmgruppe (siehe auch den nächsten Beitrag unten), von Jess Franco.

Eine ausführliche Besprechung aller mir zur Verfügung stehenden Nachrufe mit der Korrektur auch der anderen Fehler von Beyer und Göttler wird den Schlussteil in der kommenden neuen Auflage meiner Brauner-Biografie im Selbstverlag bilden, die (wenn nicht vorher das Geld ausgeht) im Herbst erscheint. Die Auflage wird klein werden, Vorbestellungen lohnen sich.





Unter der Sonne Akasavas

 Zur Etymologie eines Begriffs aus dem Wallace-Kosmos


Neulich sah ich endlich zum ersten Mal den Film Das Phantom von Soho, und ich traute meinen Ohren nicht: Als Werner Peters staunend sagt, er habe Dieter Borsche schon einmal gesehen, und zwar mit Tropenhelm, da spricht er zur neben ihm sitzenden Elisabeth Flickenschildt von "Aka- schavaland". Das "s" von Akasava spricht er also "sch" aus, aber wie auch immer, dies ist der Beweis dafür, dass sich der Autor, Edgar Wallace Junior, durchaus näher mit dem Werk seines Vaters befasste, auch insofern, als er diese vom Vater erfundene Topografie Afrikas aus dem Sanders-Zyklus ebenfalls benutzte und, sogar recht spektakulär, fortschrieb.

Es geht nämlich um eine luxuriöse Yacht, die von den Gangstern vor der Küste Afrikas, vermutlich Akasavas, versenkt wurde, um eine hohe Versicherungssumme zu kassieren  -  freilich alles Oral History, auch dieser Film war eine Atze-Produktion, die Yacht bekommt man nie zu sehen. Vor zehn Jahren schrieb ich in dieser Zeitschrift einen Artikel "Akasava - aber wo liegt es?". Damals wies ich darauf hin, das Francos Der Teufel kam aus Akasava und ebenso die bekanntlich megakritische Rezeption durch Rolf Giesen derart konfus sind, dass Franco und Giesen an manchen Stellen zur Annahme verleiten, Akasava könne auch in Südamerika liegen.

Für alle, die mit dem Stoff nicht so vertraut sind: Akasava ist für die Edgar Wallace- wie auch für die Franco-Verehrer, zumindest für einige Orthodoxe unter ihnen, zu denen ich und vielleicht auch Herr Graf gehören, heilige geweihte Erde. Es ist für uns also durchaus relevant, wenn hier zum ersten Mal festgehalten wird, dass für Wallace Junior das Land Akasava eindeutig in Afrika liegt und zudem, neben den in den Sanders-Erzählungen und dem Francofilm, noch ein drittes Mal Schauplatz eines Wallace-Abenteuers war, das zeitlich auch noch vor dem Francofilm lag; Das Phantom von Soho wurde 1963/64 gedreht. (fb)



Donnerstag, 27. Juni 2019

Ab heute Comic Con in Köln

Ob sie wirklich das größte Popkulturfestival ist, wie vollmundig behauptet wird? Die noch bis Sonntag dauernde Comic Com füllt in Köln nur zwei Messehallen. Die mangelnde Qualität machte die Veranstaltung bislang aber mit viel Charme wett. Als einer der real auftretenden Starsa ist Jason Stratham angekündigt. Der Schwerpunkt liegt dem Vernehmen nach auf gedruckten Comics bzw. Graphic Novels. Ein Besuch könnte sich lohnen, vor allem morgen, bevor am Wochenende das zu erwartende große Gedränge beginnt, zumal bei der Hitze sicher nicht angenehm.



Remake der Deutschstunde

Im Kino war der Roman von Siegfried Lenz noch nicht, allerdings gab es einmal eine hervorragende, wenngleich etwas zähe  mehrteilige Fernsehverfilmung, so habe ich sie in Erinnerung; wobei das "Zähe" heute schon wieder angenehm wirken mag, tendiert doch jedes heutige "TV Movie" möglichst zum Sensationalismus in Richtung "Event Movie" wegen der Einschaltquote, diese war damals ein Fremdwort.
Nun also die Kinoversion, wobei der alte Fernsehfilm ironischerweise noch richtig auf Filmmaterial gedreht wurde, der neue Versuch hingegen, vermute ich mal stark, digital, also gar kein "Film" im eigentlichen Sinne ist, aber dergleichen werden wir in Zukunft noch öfter erleben. Regie Führt Christian Schwochow (Bad Banks, Paula), das Drehbuch hat die Frau Mama geschrieben, den Vater Jepsen spielt Ulrich Noethen. Man darf einigermaßen gespannt sein, immerhin bekam die Mama schon mal für ein früheres Werk den Grimme-Preis Der Kinostart ist für den 3. Oktober vorgesehen. (fb)



Rambo: neuer (und letzter?) Aufguß















Er will es nochmal wissen. Slyvester Stallone schlüpft wieder in seine neben Rocky erfolgreichste Rolle. Rambo: Last Blood heißt der Film im Original, und meist wird bei uns ja nicht mehr viel geändert. Am 11. Septrember wissen wir mehr, dann läuft der Film an. 


 

Dienstag, 11. Juni 2019

Rätseln mit Ronnie












Was haben Robert Mitchum und Gila von Weitershausen gemeinsam?

Auflösung am Postende.








Man muss auch mal über seinen Schatten springen können ...... 



..... sofern man gesund, finanziell flüssig und nicht überlastet ist und der Computer perfekt funk- tioniert. Deshalb dauert es leider noch ein Weilchen bis zum nächsten Heft und zu häufigeren Posts. Die Redaktion bittet um Verständnis  - vielleicht klappt es ja demnächst, Sommerpause machen wir eh nicht, zudem bieten wir bekanntlich nicht nur Kritiken.

Und nun zu etwas ganz anderem .....





Politisch korrekt wie immer, bieten wir heute nochmals das Antipodon zu den fetten alten weißen Männern.



Fette alte weiße Frauen, die die Welt nicht braucht: Antje Krumm


Seit 1982 besuche ich in Köln die Pressevorführungen, damals noch als Hospitant; nur Rolf-Ruediger Hamacher und Wilfried Reichart sind noch länger mit dabei. Wie bereits berichtet, kann ich seit einem Jahr entgegen des üblichen Rewohnheitsrechts nur noch die Termine mit persönlicher Einladung besuchen und nicht sämtliche. Schuld daran ist die sogenannte Pressebetreuerin Antje Krumm. Da konnte selbst mein Rechtsanwalt nichts ausrichten, denn ein solches Gewohnheitsrecht ist nicht einklagbar, selbst wenn es seit 37 Jahren (mit Unterbrechungen) ausgeübt wird. In den 70er Jahren ging das noch, heute nicht mehr.

Den Nachteil haben Sie, liebe Leser, da ich und meine Mitarbeiter nun nicht mehr so viele Filme wie bisher im Vorfeld sehen und rezensieren können.Auch mein Presseausweis nützt mir da nichts, zum Jahresende werde ich wohl aus dem Kritikerverband austreten, weil dank Frau Krumm ein Presseausweis in Köln nichts wert ist. Ich habe mich nun beim Deutschen Presserat über Frau Krumm beschwert, obgleich auch das nicht helfen wird, zumindest aber ist man dann dort informiert, wie sich der berüchtigte Kölsche Klüngel nun wieder einmal gebärdet. (fb)




Leserbriefe



Hier ein Brief von Regisseur Andreas Marschall:


"Hi Frank,

habe dein Magazin mit großem Interesse und Vergnügen gelesen. Du schaffst es, dem Leser das Gefühl zu geben, durch Filmgeschichte zu schlendern und webst viel persönliche Leidenschaft und politisch-historische Kenntnis mit ein. Die Subjektivität und gelegentliche Schärfe gegenüber bestimmten Mainstream-Kritiken würzen das Ganze. Kompliment."

Anmerkung: Wir duzen uns zwar, sind uns aber erst zweimal persönlich begegnet und nicht näher miteinan- der befreundet, Andreas ist also nicht befangen. Sein Text bezieht sich auf ein älteres Heft, daher wäre ihm möglicherweise der Inhalt der jüngsten Veröffentlichungen etwas zu sehr "gewürzt" - who knows.


Und es gab eine Mail des Journalisten Rüdiger Suchsland, der sich über mein Wortspiel "Rüdiger Nichtfindsland" beschwerte. Kollege Helmut W. Banz selig hätte da mit "Aber Rüdiger, Sie sind ja ein Sensibelchen!" reagiert, jedenfalls habe ich mich als höflich erzogener Bürgersohn entschuldigt, denn Suchsland fühlte sich nicht nur gekränkt, sondern "diffamiert". Er hat mir auf die Entschuldigung hin nochmals geschrieben; alles Nähere im nächsten Heft. (fb)




DVD-Tipps: Vom Ausbleiben der Auflösung

 








Noch ist Scheibenland nicht verloren. Es bleibt einfach wunderbar, alte und neue Filme als DVDs und Blu-rays wie Bücher ins Regal stellen zu können, ganz so wie einst die Videokassetten, die dekorativer waren, aber auch mehr mehr Platz wegnahmen und weniger Bildqualität boten. So rasch wird das Reich der Silberlinge nicht untergehen, gerade auf dem Gebiet des B- und wie man neuerdings sagt Grindhousefilms existieren noch eine ganze Reihe ambitionierter kleiner Firmen, die Ungewöhnlices und Seltenes auf den Markt "werfen", welcher davon nicht zusammenbricht. Nererscheinungen werden oft bei Dirtypictures vorgestellt.
Umso ärgerlicher freilich bleibt das, was mir jetzt zum wiederholten Mal passiert ist: Nachdem ich sowohl im Kölner Saturn als auch im Supermarkt etwas Interessantes entdeckt hatte, stellte ich dann zuhause beim Sichten fest, dass diese Gangster wieder mal von einer alten VHS und nicht etwa von einem Sendemaster oder gar einer originalen 35er-Kopie abgetastet hatten. Ist eine solche Zumutung denn wirklich unum- gänglich? Dann kann man ja auch gleich die alte Kassette kaufen oder, sofern vorhanden,  eine legale Internetversion runterladen.

Wenn ich eine Scheibe erwerbe, so erwarte ich eine entsprechend hohe Bildauflösung und keine wie bei Super8. Sollte es tatsächlich keinen anderen Weg gegeben haben. ließe sich zwar mit Besser-so-als-gar-nicht entgegnen, und da ist freilich was dran. Der Kaufpreis sollte dann aber auch entsprechend niedriger sein, schließlich können die Rechteinhaber von den Labels für einen solchen Mist keine hohen Lizenzge-bühren verlangen. Vielleicht waren es ja eh verkappte Bootlegs, man könnte es glatt annehmen. Eine Liste solcher betrügerischen Filme folgt im Heft. (fb)



Rätsel-Auflösung










  
Beide überwanden mit eisernem Willen ihre Drogensucht.
 


Dienstag, 14. Mai 2019

Demnächst im Kino













Schweden ist Silber, Filmen ist Gold - mitunter. Dieses neue Werk mit dem zunächst mal nichtssagenden Titel Britt-Marie war hier liegt irgendwo im unteren Mittelfeld. Eine ältere Hausfrau merkt, dass sie von ihrem Mann betrogen wurde, verlässt ihn und geht zum Ar- beitsamt. Nun soll sie  in einem kleinen schwedischen Provinznest ein heruntergekommenes Jugendzentrum betreuen und auch noch die Fußballmannschaft trainieren, nur wusste das Amt offenbar nicht, dass man als Fußballcoach eine Lizenz vraucht, Britt-Marie zunächst auch nicht. Wenn etwas an diesem Film besonders bemerkenswert ist, dann neben der sensiblen Leistung der Hauptdarstellerin die unglaublich herablassende und kränkende  Art, mit der die Kinder, gerade auch die mit Migrationshintergrund, Britt-Marie zunächst begegnen, wie einem Menschen driter Klasse. Leider keine unrealistische Darstellung. Kinostart am 13. Juni.

Zwischen den Zeilen (genauso nichtssagend) ist der drittneueste Film mit Juliette Binouche und kommt erst jetzt in die deutschen Filmtheater. Regie führte Olivier Assayas, der sich vielleicht doch aufs Drehbuchschreiben für andere Regisseure konzentrieren sollte. Sein Opus fällt unter eine Kategorie, die wir Filmkritiker ganz besonders lieben, nämlich Illustriertes Hörspiel  -  ich bin kein Assayas-Experte, aber genau das war bei Die Wolken von Sils-Maria auch schon der Fall: zuviel geschwätziger Dialog, zuwenig zum Gucken, unterm Strich zu langweilig und nur was für Binouche-Besessene.
Kinostart am 6. Juni. Mehr zu beiden Filmen im nächsten Heft.




In eigener Sache

Hoffentlich noch in diesem Monat werden an dieser Stelle wieder öfter und regelmäßiger Filmankündigungen und andere Beiträge erscheinen, denn es wird einen zusätzlichen Autor geben.




Berlins Babylon mit eigenem Stummfilmorchester

1929 eröffnete das Babylon, gerade noch in der Endphase der Stummfilmära. Seit einiger Zeit verfügt das Lichtspielhaus, man glaubt es kaum, über ein eigenes kleines Filmorchester, dass bei den gelegentlichen Aufführungen von Stummfilmen diese live begleitet. Dies ist meines Wissens bundesweit einzigartig. Wir in Köln haben das Glück, mit Daniel Kothenschulte über einen Film- publizisten und zugleich -pianisten zu verfügen. Ich erinnere mich noch mit Freuden an den Abend, als er im Filmsaal des Museums Ludwig (wo damals noch die Cinemathek Dauermieter war) den Preis der Schönheit mit meinem besonderen Liebling Louise Brooks am Klavier begleitete, von Anfang bis Ende; sowas muss man können. Aber ein ganzes Orchester, wie einst in seligen Stummfilmtagen, diesen vielleicht Liebenswertesten aller Anachronismen gibt es wohl nur in der  Hauptstadt. Die Vorstellungen sind gut besucht bis ausverkauft, gottlob, denn das Orchester erhält keine Subnventionen.



Die Aura von Laura   -   Good News




Ihre Fans wissen ein Lied davon zu singen: Die wichtigsten Filme mit "Black Emanuelle" Laura Gemser, die uns Schülerbubis im Kölner Bahnhofskino Aki und anderswo die große weite Welt zeigten, gab es mal als 16mm-Zusammenschnitt oder Videokassette, indes liegen sie heute nicht oder kaum auf DVD und BD vor  -  und die schlechtesten und mißlungensten wie etwa Nackte Eva, trotz Jack Palance, oder Die Frau vom heißen Fluß, wo die schöne Indonesin sogar unter der Dusche die Dessous anbehält, auweia! War ja auch kein Film von Joe d´Amato.

Umso erfreulicher, dass das Label Mondo Macabro vor kurzem eine Blu-ray von einem ihrer spannendsten Werke herausgebracht haben soll, Emanuelle in America, so der englische Titel. Erscheinungsdtermin war angeblich am 6. März, dann wurde angeblich verschoben, nix Genaues weiss man nicht, das ist hier keine bezahlte Werbung und augenblicklich fehlt mir die Zeit, dem nachzugehen. Jedenfalls kündigte die Werbung eine 2K-Abtastung von einem originalen Negativ an. Schön wär´s, denn die bisherige Verson von X-Rated war in der Bildqualität eher mittelprächtig.
Jetzt fehlen nur noch gescheite Editionen der anderen Meisterwerke, Nackt unter Kannibalen, Laura - Eine Frau geht durch die Hölle und wie sie alle heißen. Man darf wieder hoffen.




Dienstag, 23. April 2019

Demnächst im Kino: Stan und Ollie



Dick und Doof, wie sie noch keiner sah. Ohne Zweifel gehört der Film Stan und Ollie zu den großen Künstlerportraits, in denen Schauspieler ihren Kollegen ein Denkmal setzen  -  und das bei einem Beruf, der sich allgemein, wie ich aus eigener Erfahrung weiß,  nicht gerade durch besondere Kol- legialität auszeichnet. Klaus Maria Brandauer nahm anderen Akteuren einfach teile ihres Textes weg und selbst die scheinbar so leutselige Marika Rökk galt in der Branche als "Kollegenfresserin", kurzum: jeder kämpft gegen jeden. Umso erfreulicher, wenn es dann einmal anders kommt. So wie Martin Landau in Ed Wood dem großen Bela Lugosi seine Referenz erwies, so tun es hier auf gleichfalls höchst gelungene Weise, Steve Coogan (den ich in der Laurel-Maske zuerst nicht erkannte) und John C. Reilly als Hardy.

Kinostart ist am 9. Mai. Näheres zum Film im nächsten Heft, das eine Sonderausgabe zum 100. Geburtstag von Lex Barker sein wird. (ama)




Kinoart ist umgezogen   -   und Köln um eine cineastische Attraktion ärmer

Wolfgang Jahn, einer der profiliertesten und sachkundigsten Filmplakat in Deutschland, hat das Domizil gewechselt und ist mit seinem umfangreichen Archiv von Köln nach Würzburg gezogen. Höchst bedauerlich, da man nun als Kölner sein umfangreiches Angebot, das mit Plakaten aus der Stummfilmzeit beginnt, nicht mehr vor dem kauf in die Hand nehmen kann. Qualitätsprüfung ist al- lerdings auch nicht nötig, dieser Händler ist absolut seriös, allenfalls weicht bei der Vorstellung der Kunstwerke - und um solche handelt es sich bei den alten Grafiken in der Regel - im Internet die Farbgebung etwas ab, doch das läßt sich nicht vermeiden.

Bestellen kann man freilich immer noch online, Näheres unter www.kinoart.net. Wir wünschen Herrn Jahn weiterhin viel Erfolg in Würzburg. (fb)



Montag, 25. Februar 2019

Rätsel


In welchem Film von Andy Warhol kommt (offenbar) eine Snuff-Szene vor?
Auflösung wie immer am Post-Ende




Kritik aus Israel an Donnersmarck

Eine israelische Drehbuchautorin rügt den neuen Film von Florian Henckel von Donnersmarck, der in die engere Wahl zum Auslandsoscar gekommen war, weil er den Holocaust nicht erwähnt.
Allgemein gelten die Juden ja als intelligentes Volk. Es scheint den meisten jedoch noch immer nicht bewußt zu sein, dass solche Kommenrtare (und künftig vorgesehene Aktionen wie das Hissen der israelischen Fahne auf dem Mond, kein Scherz) Wasser auf die Mühlen derer sind, die sie für arrogant und kritik- bis hassenswürdig halten.

Solange kein Tag vergeht, an dem deutsche und globale Medien nicht an den Holocaust erinnern und solange Hitler der mit Abstand berühmteste Deutsche der Welt bleibt (dabei war er gebürtiger Ös- terreicher), müsste es eigentlich umgekehrt sein: für jeden Film, der Deuteche als Nazis zeigt, müssten mindestens zwei kommen, die den "Good German" oder zur Abwechslung mal die Völker- morde des Kommunismus im 20. Jahrhundert präsentieren. Und ganz abgesehen davon ist die Haltung der Dame ein Angriff auf die Freiheit der Kunst, die auch bezüglich der künstlerischen Eigenproduktionen in Israel einen schweren Stand hat. (ama)




Rätsellösung

Die Darstellerin Viva wusste angeblich nichts von der zu filmenden Gruppensexszene in Die Cow- boys, es war also de facto eine Vergewaltigung; so sehen es jedenfalls manche Filmhistoriker.



Mittwoch, 13. Februar 2019

ab morgen im Kino: ALITA mit Christoph Waltz






Da wir leider doch nicht vor Ort auf der Berlinale sein können, machen wir schon jetzt weiter und schieben hier einen Kinotipp ein.   -   Die großen Glubschaugen der Heldin sind Geschmackssache, jedenfalls leicht zu erklären: Alita: Battle Angel, das neueste Werk von Robert Rodruguez, beruht auf einem Manga. Ausführliche Kritik im kommenden Heft, hier nur so viel: nicht nur die Fans des fa- belhaften Christoph Waltz werden hier ihre Freude haben, sondern überhaupt alle, die sich gern gut unterhalten wollen. (fb)




zum Tag des Radios: Verschont uns mit diesen ewigen Tussie-Piepsstimmen!

Heute ist der offizielle Tag des Radios, den ich zum Anlass nehme, einmal Kritik an der akustischen Ästhetik desselben zu üben, speziell bezogen auf die beiden Deutschlandfunksender und die Ra- dioprogramme des WDR, die ich seit 20 Jahren regelmäßig höre, vor allem die Kulturjournale. Gibt es denn überhaupr keine Männer mehr, die im Hörfunk ihre Brötchen verdienen wollen? Und wenn doch mal jemand zu hören ist, dann offenbar kein richtiger Mann, denn wahre Männer klingen nicht der- maßen tuntig. Für WDR sagt man schließlich auch je nachdem "Warme Darm-Rammler" oder "Wo Dildos rotieren". Und Ausnahmen wie Michael "Kultur heute" Köhler, der immer so klingt, als ob ihm sein Job zum Hals heraushängt und er möglichst rasch fertig werden will, bestätigen nur die Regel.

Bei den Damen, egal ob Moderatorin, Reporterin oder Kritikerin, liegt das Durchschnittsalter bei 22-23 Jahren, so klingt es jedenfalls. Egal ob Nicole Marquardt, Ramona Westhof, Marie Kaiser, Dorothee Holz, Silke Hahne oder mein ganz besonderer Liebling, Tanzkritierin Wiebke Hüster, ich halte diese ewigen aufgeregten Jungtussie-Piepsstimmen langsam nicht mehr aus. Imgrunde ist es akustische Grausamkeit, manchmal auch inhaltlich, so wenn etwa Fräulein Hüster ihren Rassismus gegen "alte weiße Männer" pflegt. Sollte sich bislang noch niemand außer mir beschwert haben, so liegt der Grund nicht zuletzt in der Struktur der Rezipienten, sind es doch mehrheitlich wiederum Frauen und Schwule, die bei Kultursendungen am Radio hängen.

Ein anderer Grund: bei DLF und WDR wird nicht mehr so schnell verbeamtet wie früher, die Per- sonalkosten sind eh schon seit Jahren nur noch auf Kosten des Programmniveaus finanzierbar. Die Mädels werden mehrheitlich als Hospitantinnen oder bestenfalls "Feste Freie" beschäftigt und nach ein paar Jahren durch neue ersetzt. Folglich wird man beim Funk nicht alt, im wahrsten Sinne des Wortes. De facto verbeamtet wurden hingegen so unangenehme Kollegen wie Ingrid Bartsch, die einst so grade noch die Kurve kriegte - leider. Und für diesen ganzen unfähigen Zirkus soll man auch noch Gebühren zahlen. Mir jedenfalls vergeht langsam die Lust am Radio, am Fernsheen sowieso, wobei noch andere Gründe hinzu kommen. (fb)


Mittwoch, 23. Januar 2019

Realismusdebatte: Autos sind keine Bomben auf vier Rädern!





Es war Mitte der 90er Jahre, als ich in in der Zeitung ein Bild dieser Szene aus dem Film Fair Game sah und damit zum etwa hundertfünfundsiebzigsten Mal die Explosion eines Autos kurz nach einem Unfall, und ich dachte mir: Muss das wirklich unbedingt sein? Bleiben die Kleinbürger im Publikum unbefriedigt, wenn nach einem Autocrash NICHT mindestens ein Wagen explodiert und dekorativ in Flammen aufgeht? Wie alle Autofahrer wissen oder jedenfalls wisen sollten, lautet dabei die Antwort ganz klar: NEIN.

Es ist und bleibt der größte Blödsinn aller Zeiten. Den Film sah ich mir trotzdem an, weil das damals angesagte Model Cindy Crawford mal wieder beweisen wollte, dass sie auch Schauspielerin ist, den Beweis in punkto Wandlungsfähigkeit aber wie üblich schuldig blieb.Zurück zur Sache: Mit viel, mit sehr viel Pech kann es dazu kommen, dass bei einem Auto, dass in der Wirklichkeit z.B. einen Abhang hinuntergestürzt ist, das Benzin zu brennen beginnt.
Die Wahrscheinlichkeit einer Explosion aber ist verschwindend gering, da muss schon die Auto- batterie Funken sprühen oder etwas anderes los sein. Jene Moral- und Sittenwächter, die im vorigen Jahrhundert davor warnten, Kino würde verdummen, hatten in gewisser Weise nicht ganz unrecht; jedes Massenmedium verdummt freilich den Rezipienten, wenn dieser nicht die Cleverness zur kritischen Hinterfragung aufbringt.
Wer sich für die Details informiert: die Mythbusters haben in einer Folge ihrer gleichnamigen Serie genauer untersucht, was mit den Autos bei bzw. kurz nach einem Crash wirklich passiert.

Ein ähnliches Phänomen, ein weiteres Beispiel dafür, wie die Medien unsere Auffassung von Wirklichkeit stylen, um sie besser vermarkten zu können, ist auf der akustischen Ebene bei Actionszenen der Kinnhaken bzw. allgemein der harte Faustschlag ins Gesicht. In derlei Kampfhandlungen war ich selbst als braver Bürgerssohn zwar noch nicht verwickelt, ich war aber mal Zuschauer. Den meisten Filmfans dürfte es eh klar sein, zur Sicherheit hier nochmals ins Stammbuch: der Schlag ins Gesicht ist natürlich viel leiser und klingt auch ganz anders, als es uns die Spielfilme seit Beginn der Tonfilmzeit weismachen wollen, in Synchros ebenso wie in O-Fassungen. Viel Spaß beim nächsten Actionfilm. (fb)




Ein Ruf wie Donnerhall  -  nach Hollywood zur Oscarnacht 

Der neue Film des Regisseurs mit dem markigen langen Namen Florian Henckel von Donnersmarck, Werk ohne Autor ist von der Academy in die Auswahl um den diesjährigen Oscar aufgenommen worden, und zwar gleich in zwei Kategorien, als "bester fremdsprachiger Film" und in der Sparte "Kamera". Unser deutscher Herr von und zu ist eben nicht, wie fast alle anderen Regisseure in diesem unserem Land, permanenter Schrottproduzent, nie war das deutsche Kino so derart ka- tastrophal schlecht wie in den letzten zwanzig Jahren. Auch Donnersmarck wird keinen Oscar ge- winnen, darauf wette ich, vor allem weil er ja schon einen hat, es sei denn die Konkurrenz ist so unter aller Kanone, dass sie keine ernsthafte bedeutet. Am 24. Februar sind wir schlauer. (fb)




Mittwoch, 2. Januar 2019

Louis Reloaded



DVD-Tipp


  Am 25. Januar kommt, wenn es keine Verzögerung gibt, ein alter Film mit Louis de Funes auf den Markt. Er ist von 1954, hieß in unseren Kinos Papa, Mama, meine Frau und ich, eine wörtliche Übersetzung des Originaltitels, und wurde nun zwecks besserer Vermarktung umgetauft in Louis der Schnatterkopf. Die DVD bietet die englische und die französische Synchro, die französische Originalfassung fehlt, was bei einem Preis von über 20 € etwas enttäuscht.

  Wie die Fans wissen, war der Künstler damals noch lange kein Star, tritt also nur in einer Nebenrolle auf, wird aber natürlich auf dem Cover herausgestellt, siehe links. Kennt man ja von vielen Heinz-Erhardt-Filmen, aber längst nicht nur. Ich hatte meinen diesbezüglichen Kulturschock als Kind im Kino bei Herzogs Fitz- carraldo, wo auf den Plakaten Claudia Cardinales Name gleich groß neben dem Kinskis gedruckt stand, ins- gesamt, ist sie aber im Film nicht viel länger als fünf Minuten am Anfang zu sehen, und dann ganz am Schluß nochmals ein paar Sekunden, als sie dem im Triumph heimkehrenden Helden zuwinkt. So ein Betrug, dachte ich damals, zumal ein langweiliger Eierkopf-Film als großer Abenteuer vermarktet wurde.Den Vogel hat man allerdings in Südamerika in den 60er Jahren abge- schossen, als dort Die größte Geschichte aller Zeiten über das Leben Jesu anlief, gepriesen als "der neueste John-Wayne-Film". Im Film hat Wayne nur einen Satz, er ist der Soldat, der auf Golgatha die Worte "Wahrlich, dieser Mann war Gottes Sohn" spricht. (fb)






ab 17. Januar im Kino: Maria Stuart und Elisabeth I.



Regisseurin Josie Rourke mit Margot Robbie (Mitte) als Elisabeth






Es heissst immer, wie lebten nicht mehr im Zeitalter der Nationalstaaten. Die Engländer aber drehen lieber zum x-ten Mal einen Film über Maria Stuart als beispielsweise über unsere Luise von Preußen, die auf der Insel wohl eh niemand kennt. Dabei war auch Luise schon zweimal ein dankbarer Film- stoff, freilich in deutschen Filmen. Maria bzw. Mary  wird nun von einer gewissen Saoirse Ronan verkörpert, Elisabeth von der zuletzt in I, Tonya brillierenden Australierin Margot Robbie. Regisseurin Josie Rourke leitet in Londoin ein Theater, die Glückliche.

Maria Stuart, Königin von Schottland lautet der Titel des neuen Werks. Im wahren Leben sind die beiden machtbewußten Frauen einander nie begegnet, aber das sah schon Schiller in seinem Bühnendrama nicht so eng. Deutscher Kinostart ist am 17. Januar, unsere Kritik schon Mitte nächster Woche im neuen Heft. (ama)