Samstag, 31. Januar 2015

Nächster Fellini-Film am 24. Februar



                                                                                                                                                         
                                                                                                                                      Federico Fellini als Youngster


Der nächste Film in unserer Reihe "Der frühe Fellini" läuft am Dienstag, dem 24. Februar (Karneval ist dann gottlob schon vorbei, d.h. unserer, im Film wird eine Weile italienischer Karneval gefeiert), "I vitelloni"; bei uns lief er zunächst unter dem Titel "Die Müßiggänger". Wieder im Italienischen Kulturinstitut in Zusammenarbeit mit demselben, Universitätsstraße 81 auf der Höhe Aachener Weiher; vor Beginn hält Frank Blum wieder einen kurzen Einführungsvortrag. Beginn 19 Uhr, Eintritt frei.






Es läuft die längste verfügbare Fassung, vermutlich als Kölner Erstaufführung, mit englischen Untertiteln. Eine Fassung mit deutschen Untertiteln existiert nicht und hat es nie gegeben, weder auf DVD oder VHS noch auf 16mm oder 35mm. An dieser Stelle nochmals herzlichen Dank an das Italienische Kulturinstitut für die gute und unbürokratische Zusammenarbeit. Gerne würden wir die Fellini-Reihe mit weiteren Filmen fortsetzen, aber der Filmclub erhält keine Fördermittel, alles wird rein privat finanziert und die finanziellen Möglichkeiten des Instituts sind ebenfalls eng begrenzt.



                                                                                    Plakat anlässlich der Wiederaufführung in den 60ern


Neue Mitglieder und Sponsoren gesucht

Die Organisation und Durchführung eines öffentlichen Kinovorstellung kostet normalerweise je nachdem zwischen 600 und 1.000 Euro. Bei Fellini ist es dank des freundlichen Entgegenkommens des Kulturinstituts etwas günstiger, aber immer noch teuer für einen rein privat finanzierten Verein wie uns, und irgendwo muss das Geld ja herkommen. Nach dem jetzigen Stand der Dinge können wir im Jahr 2015 höchstens noch 5 bis 6 Filme zeigen.

Daher nochmal der Aufruf: Werden Sie Mitglied! Wir sind eine kleine aber feine Gemeinschaft von leidenschaftlichen Cineasten, die sich in gemütlicher Runde treffen, Stammspielstätte ist das Theater im Hof, und je mehr Mitgliedsbeiträge in die Kasse kommen, umso mehr Filme können wir zeigen. Sollten Sie für eine aktive Mitgliedchaft im Club zuwenig Zeit haben, können Sie auch ein paar Euro stiften (spenden klingt so armselig). Wer glaubt, mit seinen Steuern bereits genug für Kunst und Kultur getan zu haben, der irrt. Je höher Steuern und Angaben steigen, desto kleiner werden die Kunst- und Kulturetats, nicht zuletzt in Köln; vor allem der Krieg in Afghanistan, der jeden Tag eine Million Euro kostet, und andere völlig sinnlose Absurditäten werden stattdessen vom deutschen und ebenso vom italienischen Steuerzahler finanziert, ob er will oder nicht.



















Empfohlene Hefte von 2013.



Donnerstag, 22. Januar 2015

Kinovorschau März







Verstehen Sie die Béliers?

Der seltene Fall, wo der deutsche Titel besser, passender, origineller ist als der originale, das Phänomen verdient Artenschutz. Der 2014 gedrehte französische Film handelt von der jungen Paula (Louana Emera), die mit ihren taubstummen Eltern und einem taubstummen Bruder in der Provinz lebt, zur Schule geht und auf dem elterlichen Bauernhof mitarbeitet. Auf den ersten Blick ein Leben voller Widersprüche: ihre Freundin ist nymphoman veranlagt und trotzdem oder dennoch alles andere als eine Schönheit, ihr taubstummer Vater kandidiert für das Amt des Bürgermeisters; Paulas Musiklehrer entdeckt ihre besondere Gesangsstimme, fördert sie und sorgt schließlich dafür, daß sie in Paris beim Radio vorsingt, obwohl sie zunächst gar keine Lust hatte. 


 

 Eine dramatische Komödie oder ein komödiantisches Drama (Tragikomödie wäre zuviel des Guten) und eine sensible Studie über zwischenmenschliche Kommunikation. Der erste Film der 16jährigen Sängerin Emera, die auch schauspielerisches Talent beweist. Sehenswert. Ausführliche Kritik in Film Mäg 34, Kinostart 5. März.




Montag, 12. Januar 2015

Nächster Filmclub-Abend: Mittwoch, 21. Januar, 19 Uhr



                                                                                           Federico Fellini. Bild Getty Images


  Der frühe Fellini:
 Lo sceicco bianco (Der weiße Scheich)




In Zusammenarbeit mit dem Italienischen Kulturinstitut beginnt der Filmclub Akasava eine neue Filmreihe unter dem Titel Der frühe Fellini, Kurator ist Dr. Frank Blum. Von den ersten Regiearbeiten des Mannes, der einer der wichtigsten Schöpfer des italienischen Kinos und der Filmgeschichte überhaupt wurde, ist gemeinhin nur La Strada ein Begriff, jedenfalls in Deutschland, es gibt also einige vergessene Schätze wiederzuentdecken.

 Zu diesen Schätzen gehört Lo sceicco bianco von 1951 bzw. 52 (die Dreharbeiten fanden 1951 statt, im Vorspann wird die auf den Kinoeinsatz intendierte Jahreszahl 52 angegeben), der erste Film, bei dem Fellini Drehbuch-Coautor und eigenverantwortlicher Regisseur war; eine bezaubernde Komödie mit satirischen Seitenhieben auf Starkult, Provinzialismus und Leicht- gläubigkeit. Mit diesem Film, der bei uns erst 1962 anlief und damals Die bittere Liebe hieß, begann Alberto Sordis Durchbruch als Charakterkomiker.

Beginn 19 Uhr im Italienischen Kulturinstitut in Köln, OoU, Eintritt frei.





Wanda (Brunella Bovo) verehrt den Weißen Scheich aus den Fotoromanzi und seinen Darsteller Fernando Rivoli (Alberto Sordi).


Sie trifft Rivoli persönlich, doch es folgt ein böses Erwachen .....





Nächster Fellini-Film:  I vitelloni, 24. Februar, 19 Uhr im Italienichen Kulturinstitut 




Donnerstag, 8. Januar 2015

Demnächst im Kino





von Frank Blum

Der kleine Tod ist eine Metapher über den Liebesakt und Titel eines neuen australischen Films. Mehrere Paare werden vorgestellt, die gewisse ingewöhnliche Probleme mit der Erotik haben. So wird eine der Frauen nur dann sexuell erregt, wenn ihr Partner weint, eine andere gesteht ihrem Partner, sie würde gerne von ihm vergewaltigt werden (Alice Schwarzer behauptet ja, dass es keinen weiblichen Masichismus und erst recht keinen Vergewaltigungswunsch gibt, worauf sich ein entsprechneder Teil der weiblichen SM-Szene von ihr distanzierte). Was bei diesem Film zunächst erstaunt, ist wieder mal die entwaffnend überzeugende Präsenz angelsächsischer Schauspieler, gerade in ihrer unaufdringlichen Natürlichkeit, überdies das recht subtile Drehbuch, dessen Einfallsreichtum bei uns für fünf Filme reichen würde, und die Regie (beides Josh Lawson, der auch einen der Männer mimt, Bild oben), nur die letzte Szene mit dem Telefonsexthema geriet etwas daneben und es gibt No Nudity bis auf Beine und Rücken.

Dennoch unbedingt sehenswert; Australien Down Under? On Top, würde ich doch eher sagen. Kinostart 5. März.




Asterix im Land der Götter bleibt nahe an der Comic-Vorlage, nachdem übrigens der letzte Realfilm-Asterix ein Otiginaldrehbuch hatte. Der neue entstand computeranimiert und hat einige nette Gags, ist aber nur für die orthodoxen Fans Pflichtprogramm. Whiplash schildert den mühsamen Kampf eines leidenschaftlichen Schlagzeugers um Anerkennung in der Meisterklasse eines New Yorker Konservatoriums mit einem sadistischen Dozenten. Interessant gemacht, bestätigt der Film am Schluss den amerikanischen Traum, dass jeder seine Chance hat. schade, nach dem zunächst sozialkritisch wirkenden Ansatz. Ausführliche Rezensionen zu allen Filmen im Film Mäg Nr. 33.

Der am 22. Januar anlaufende Film The Imitation Game - Ein streng geheimes Leben ist ein Spionagefilm der besonderen Art. Beschrieben wird die ungewöhnliche Laufbahn des britischen Mathematikers Alan Turing, der während des Zweiten Weltkriegs gemeinsam mit einer Gruppe anderer Spezialisten an der Entschlüsselung des Geheimcodes der Deutschen arbeitete und zeitweilig Anfeindungen aus den eigenen Reihen nur widerstehen konnte, weil seine Arbeit von Churchill entschieden bejaht wurde. Als nach Kriegsende seine Homosexualität bekannt wird, zwingt man ihn zur Einnahme von Hormonmitteln, um ihn "umzupolen", woran er erkrankt, schließlich begeht er Selbstmord. Ein interessantes Stück Geschichtsunterricht und filmisch, als Spielfilm zu gut, um nur trockener Schulfunk zu bleiben. Benedict Cumberland ist als Turing sehr gut besetzt, freilich gibt es auch hier wieder die übliche Schwarzweissmalerei, alle Deutschen sind Nazis, alle Engländer und Homosexuelle sind Gutmenschen. Kritik in Film Mäg Nr. 34.




Favorit im Rennen um den Preis der deutschen Filmkritik ist ausgerechnet Zeit der Kannibalen, ein deutscher sogenannter Spielfilm, der wie ein misslungenes deutsches Fernsehspiel der 70er Jahre oder wie schlechtes und schlecht abgefilmtes Theater wirkt. Die verstehe die Kollegen manchmal wirklich beim letzten Willen nicht. Vielleicht sehen sie nie alte Filmklassiker und sind in punkto Qualität entsprechend entwöhnt bzw. erst gar nicht dran gewöhnt. Der Film über um die Welt jettende Unternehmensberater (nur sieht man nichts von der Welt) lief auf der Berlinale in der Reihe Perspektive Deutsches Kino, was ihn auch nicht besser machte und eher gegen die Berlinale spricht; ein solches Machwerk im Kino zu zeigen und dafür Geld zu verlangen, ist nun mal einfach eine Unverschämtheit.
Zwar legen sich die Schauspieler ins Zeug, keine Frage, werden aber von Buch und Regie allein gelassen. Die nähere Handlung erzähle ich hier nicht, es lohnt sich nicht  -   soll wohl kapitalismus- kritisch sein, war das der Grund, weshalb Kannibalen auch noch wie ein unterfinanziertes C-Picture wirkt? Subventionen flossen ja wie üblich recht üppig, aber wohin? Wir raten ab.






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Sind Kanada, Südafrika, die Schweiz faschistische Diktaturen? Nein, niemand wird dies ernsthaft behaupten wollen, nicht nur wegen des politisch korrekten Gebots, das Ausland nicht zu kränken. Dass bei uns mal wieder Adolfs Erben vor der Tür stehen, darf hingegen behauptet werden, selbst bei einem Demonstrationsplakat wie diesem, das lediglich fordert, was in demokratischen Ländern selbstverständlich ist.


Und was macht die Bundeskanzlerin? Sie gibt Wasser auf die Mühlen der allgemeinen politisch korrekten Gehirnwäsche und verurteilt Pegida, als sei diese Bürgerinitiative eine NSDAP-Neuauflage, und sie erhält freilich Applaus von allen Gutmensch-Konformisten im Lande, da nutzt auch kein in den Papierkorb fallendes Hakenkreuz wie auf diesem Pegida-Plakat.  Demonstrationen mit Aussagen, die in anderen Ländern völlig normal und legitim sind, werden bei uns sofort kriminalisiert. Zugleich sprach Merkel sich für Zuwanderung aus, was ihr gutes Recht ist, in der Theorie haben wir in diesem unserem Land noch immer Meinungsfreiheit, wenngleich sie eben diese Meinungsfreiheit anderen abspricht. Wir brauchen vielleicht ein paar Facharbeiter aus dem Ausland; fest steht jedenfalls, dass wir noch mehr Ausländer im Medienbereich NICHT brauchen. Diese Zeitschrift weist seit Jahren darauf hin, dass wir in den Medienberufen keine Ausländer-, sondern eher eine Inländerquote benötigen und der deutsche Film aus dieser Misere keinerlei künstlerischen Vorteil zieht, im Gegenteil (siehe oben). "Es ist das Problem einer Gesellschaft, in der die Schere zwischen den Meinungen der Eliten und den meinungen eines immer größer werdenden Teils der Gesellschaft (!) auseinander geht, schrieb die tschechische Zeitung Lidove noviny und fuhr fort: "Aber seit wann entscheidet die Bundeskanzlerin - und nicht die Gerichte - darüber, wo die Grenze zwischen Freiheit der Kritik und Hetzerei verläuft?" (zit.n. Die Zeit) Nun, spätestens seitdem sich besagte Gehirnwäsche etabliert hat. Die Zeitschrift aus dem Land, in dem noch immer die völkerrechtswidrigen Benesch-Dekrete gelten, hat zugegebenermaßen eine berechtigte Frage gestellt.

 Wir werden uns in diesem Lande noch zu Tode tolerieren, und Köln hat zur Zeit wie üblich die Nase wieder ganz vorn. Das böse Erwachen wird es erst in drei bis vier Jahrzehnten geben, ungefähr um 2050, dann wird nämlich der Untergang des Abendlandes, den Pegida verhindern will, besiegelt sein: die Zahl der Deutschen mit Migrationshintergrund wird dann nämlich höher liegen als die der autochthonen Deutschen, und Erstere  werden aller Voraussicht nach mit uns nicht so tolerant umgehen wie wir mit ihnen.

Das Ausland berichtet ausführlich über die Pegida-Demos und über die Gegen-Demos.



Mittwoch, 31. Dezember 2014

HAPPY NEW YEAR!


 
Die Film Mäg-Redaktion sucht noch Autoren, Korrekturleser, Werbepartner.
(Bild oben aus Heft 32: Gundula und Joachim Fuchsberger) Und nun wird gefeiert!
















Ein echter Cineast feiert z.B. mit
Jayne Mansfield und Scarlett!

 

            Allen Mitgliedern, Besuchern und Freunden des Filmclubs ein Frohes 2015!


Im Januar erneuern wir die Zusammenarbeit mit dem Italienischen Kulturinstitut und beginnen die Filmreihe Der frühe Fellini, mit Werken aus der Anfangsphase, als der Meister noch ein ungeschliffener Rohdiamant und gerade deshalb bereits spannend  war.
Am Mittwoch, dem 21. Januar läuft im Institut Der weiße Scheich von 1951 mit Alberto Sordi, OoU, Beginn 19 Uhr, Eintritt frei. Es war der erste Film, bei dem Federico Fellini eigenständig Regie führte.

Zur Abwechslung also mal High Art, es muss ja nicht immer Grindhouse/Trash/Sleaze sein. Aber keine Angst, die Fans dieser Kunstgattung kommen auch künftig nicht zu kurz, sollten aber ruhig auch mal zu Fellini pilgern, gerade Der weiße Scheich ist alles andere als todernst und langweilig.



Eine spannende Frage wird 2015 sein, ob die Stadt Köln diesmal zur Abwechslung unseren Förderantrag bewilligt oder nicht. Vermutlich eher nicht, der Esch-Oppenheim-Fonds und andere ehrenwerte Adressaten müssen schließlich bedient bedient werden, aber je weniger Geld in unser Kasse kommt, umso weniger Filme können laufen. Köln nennt sich stolz Medienstadt, aber für freie Medienschaffende und-präsentatoren, die das eigentliche Salz in der Suppe sind, ist angeblich nichts übrig (die etablierten sogenannten "Freien" ausgenommen).

Daher nochmals unser Aufruf: Jede einzelne Spende hilft!


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Samstag, 27. Dezember 2014

WIrbel um INTERVIEW




Da geht man ausnahmsweise mal früher aus der Pressevorführung raus und schon rächt es sich. War aber auch ein hartes Brot, trotz einiger guter Gags, ausgerechnet Schwulenhasser Eminem outet sich in dem neuen Lichtspiel Interview (oder Das/The Interview, habs grade nicht parat) als Schwuchtel! Ich kann nur sagen, dass der nordkoreanische Diktator während der ersten Viertelstunde seines Auftritts, der erst etwa zur Hälfte des Films beginnt, eigentlich recht sympathisch wirkt, da ist gar kein Grund, beleidigt zu sein, und die hohe Offizierin, die die Amis am Flughafen abholt, ist sogar recht sexy, aber vielleicht war das dem roten Regime schon zu westlich-dekadent?? Im wirklichen Leben verstehen Diktatoren eben meist keinen Spaß. (ama)

Mittwoch, 10. Dezember 2014

Ratschlag für Leseratten, Demnächst im Kino



     Zum gestrigen Termin im Kölner Filmclub: In der Reihe suhrkamp taschenbuch wisssenschaft ist ein Band mit dem kurzen prägnanten Titel Sade erschienen. Er beinhaltet einige der wichtigsten Sekundärtexte zum "Göttlichen Marquis", so den bekannten Essay Soll man de Sade verbrennen? von Simone de Beauvoir und den Pornografie-Text von Susan Sontag. Gestern konnte ich den Band in einer Buchhandlung kurz durchblöättern, ein Rezensionsexemplar liegt mir noch nicht vor, ich las aber bereits vor Jahren die genannten Texte von Beauvoir und Sontag, die auf jeden Fall lesenswert sind, vermutlich auch jener von Aopllinaire, der als Kenner und Herausgeber der Schriften des Marquis vor ca. 100 Jahren fungierte. Ausführliche Rezension in Heft 32.

Im Taschen Verlag ist die schon klassische Reportage von Norman Mailer "Superman Comes to the Supermarket" als umfangreiches Buch mit Begleitmaterial erschienen, es geht um den Kennedy-Wahlkampf. Medienhistorisch gleich doppelt interessant, gilt doch Mailerts Text als Urmeter des sogenannten New Journalism. Leider mit 99,00 @ nicht billig, aber die Werke von Taschen sind normalerweise ihr Geld wert.



Exodus ist Ridley Scotts Remake von DeMilles Die zehn Gebote, wobei er aber schon früher endet und sich den Tanz ums Goldene Kalb einfach schenkt. Nach dem zu Unrecht unbekannten Stummfilm und dem DeMille-Monumentalepos mit dem unter seinem Rauschebart kaum er erkennenden Dharlton heston un also Christian Bale, der wenigstens noch erkennbar ist unter seinem 10-Tage-Bart oder wie man es nennen soll. Für mich war es ein besonderes Deja vu-Erlebnis, Deja vu light sozusagen, als ich vor ca. 30 Jahren als junger Spund den DeMille-Film im Kölner Residenz auf der großen Leinwand sah, und nun im gleichen Filmtheater, nachdem es jahrelamng leer stand, unter neuer Leitung und mit neuer Technik, den Scott-Film.
Vor allem profitiert Exodus von Bale und seinem Pharao-Widersacher Ramses. Joel Edgerton schafft es, unter der rauhen Schale des Bösewichts doch ab und an menschliche Züge zu offenbaren, eine schauspielerische Leistung. Die Digi-Effekte mit den Soldaten und den göttlichen Plagen sind natürlich vom Feinsten, solche apokalyptischen Plagen mit Tausenden von Fröschen, dann Heuschrecken etc. wünscht man seinem schlmmsten Feind nicht.

Das Rote Meer und die Wolfsschlucht
Besonders spannend im Vorfeld natürlich war die Frage, wie Scott sich die Teilung des Roten Meeres vorstellen würde (ähnlich spannend wie beim Freischütz in der Oper, wo man sich vorher immer fragt, wie der Regisseur wohl die Wolfsschlucht zeigen wird). Nun, er macht es sich recht einfach: Das auserwählte Volk rastet auf der Flucht vor den verfolgenden Ägyptern am Ufer, schläft abends ein, und am anderen Morgen ist das Meer plötzlich weg, als ob einfach nur Ebbe wäre. Später kommt dann von der Seite her ein riesiger Tsunami, und damit schließt sich das Meer wieder  -  so kann man es natürlich auch machen. DeMille war da etwas einfallsreicher, dort sieht man das Volk Israels durch ein Meeresboden-Tal schreiten, das links und rechts von riesigen Wänden aus Wasser begrenzt ist; damals technisch uo to date, heute immer noch durch die Konzeption und den Charme der Darstellung absolut verblüffend. Übrigens gibt es eine nicht allzu teure DVD, die sowohl den alten Film mit Heston als auch den Stummfilm enthält.
Kinostart von Exodus: 25. Dezember.(fb)

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Wir suchen Autoren, Korrekturleser, Werbepartner.

Kontakt: Film Mäg, Postfach 600111, 50681 Köln 


Samstag, 29. November 2014





Der nächste Filmclub-Termin: Köln, Dienstag, 9. Dezember


Nochmal zur Sicherheit: Das Theater im Hof ist kein Open-Air, es heisst nur so! Hier der Zuschauerraum.

 Ein Treppenaufgang wie in nem Film von Dario Argento.

 Die gemütliche Bar im Foyer.

Wir zeigen das angekündigte Double Feature zum 200. Todestag des Marquis de Sade:

18.00 Uhr Justine and Juliet (1968)
20.30 Uhr Eugénie de Sade (1970)

Regie beide Male Jess Franco, alles Nähere im Newsletter. Die StadtRevue hat in ihrem Filmteil das Datum 12. Dezember angegeben, das ist unsere Schuld, wir hatten in der ersten Pressemitteilung leider ein unrichtiges Datum angegeben. Im Tageskalender stimmt´s: 9. Dezember im Theater im Hof in der Roonstraße.

 Wir finanzieren uns rein privat, die Subventionn werden ja auch in Köln gekürzt, und freuen uns über jedes neue Mitglied und jede Spende.


Ende Januar beginnen wir eine kleine Reihe "Der frühe Fellini", dann im Italienischen Kulturinstitut.



Dienstag, 25. November 2014

Demnächst im Kino



Incompresa, Missverstanden heißt der neue, dritte Film mit Asia Argento als Regisseurin, sie hat auch einen kurzen Cameo--Auftritt. Er ist autobiografisch intendiert, über ihre Kindheit im Italien des Jahres 1984. Die junge Hauptdarstellerin Giulia Salerno spielt sensibel und überzeugend, eine echte Entdeckung, ihr Vater im Film ist indes ein attraktiver Filmstar und kein Regisseur wie Papa Dario, die Mutter (Charlotte Gainsbourgh) offenbar Konzertpianistin. Wer ein wildes Spektakel um eine schwer durchgeknallte Künstlerfamilie sehen will, liegt hier richtig. Ausführliche Kritik in Heft 32.


              Oscar der freundliche Cineast
"Dumm spielt gur, sagt man. Jennifer Lawrence hat bis vor zwei Wochen nicht gewußt, wer Che Guevara war, wie sie zugab. Hoffentlich weiss sie wenigstens, wer Theda Bara war - wenn sie schon keine Ahnung von politischer Geschichte hat, dann hoffentlich wenigstens von Filmgeschichte."


Ratschlag für Filmbuchleser



Auf den schönen Bildband des Taschen Verlags Film Noir. 100 All-Time Favorites hatten wir schon hingewiesen und tun es nochmal. Trotz des englischen Titels ist der Text in Deutsch, und die opulente Bildauswahl ist einfach eine Wucht, kilomäßig und überhaupt; auch ein ideales Weihnachtsgeschenk an Cineasten. Die ausführliche Rezension stand schon in Heft 31.

Und zwei Bücher, die wir noch nicht lesen konnten: Ein ausführlicher großformatiger Bildband über John Wayne, erst der zweite seiner Art in deutscher Sprache, ist bei Knesebeck erschienen, mit Faksimilenachdrucken eines Wayne-Ausweises und anderer Dokumente. Ein neues Buch über Fritz Lang hat der Filmpublizist Norbert Grob veröffentlicht. Zu Lang gab es schon lange nichts Bahnbrechendes mehr, vielleicht ist es ja jetzt so weit.




Dienstag, 11. November 2014

Zwischen Cottbus und London


von Frank Blum

Das Festival, in dessen Jury zu sein ich die Ehre hatte, war große Klasse und die Cottbusser sind einfach eine Wucht, da möchte man nächstes Jahr glatt wieder hin. Auch die übrigen Jury-Entscheidungen waren weitgehend auf meiner Linie, allerdings hätte ich dem Film Die Eigentümer aus Kasachstan zumindest das Prädikat der besonderen Erwähnung verliehen. Da dreht ein Regisseur ohne westliche Fördermittel mit Laiendarstellern einen sozialkritischen Film, der aus diesem Grund im eigenen Land verboten ist, und es ist auch noch kein langweiliges politisches Lehrstück. Dass Die Eigentümer völlig leer ausging, war nicht ganz fair. Dennoch, insgesamt ein Festival auf hohem Niveau.


Jubiläum im Filmclub: 25. Vorstellung

Morgen startet im Filmclub meine Retrospektive im memoriam Joachim Fuchsberger. Zunächst vier alte Edgar Wallace-Krimis: um 20 Uhr Der Frosch mit der Maske, 20 Uhr Die Bande des Schreckens, Donnerstag um 18 Uhr die 25. öffentliche Vorstellung des Filmclubs Akasava und 1. Teil eines Brigitte-Grothum-Double Features: Die seltsame Gräfin, dann um 20 Uhr Das Gasthaus an der Themse. Eintritt 8 Euro, KölnPass-Inhaber und andere arme Leute 6 Euro. Adresse Roonstraße 54.


DAS NÄCHSTE FILMCLUB-TREFFEN für Mitglieder und Interessenten zum Kennenlernen, Informieren und gemütlichen Plaudern: Dienstag, 18. November, ab 17 Uhr im Kölner Stadtgarten-Café. Jeder ist herzlich willkommen.



Neu im Kino

Nightcrawler ist Actionkino mit Kritik an der rücksichtslosen Vermarktung von Unfall-News im Fernsehen, daher empfehlenswert. Bevor der Winter kommt gibt sich recht geschwätzig und wäre nur für die Fans von Kristin Scott Thomas Pflicht, eine französisch-luxemburgische Coproduktion; Gardenia beschreibt eine Gruppe älterer Travestiekünstler aus dem Nachbarland Belgien, die auf ihr Leben und ihre Karriere zurückblicken  -  in Belgien ist immer noch etwas mehr los als in Luxemburg, Belgien ist freilich auch größer und bei den Luxemburgern sagt man sich unwillkürlich, dass deren Anteil sich wohl nur aufs Finanzielle beschränkt, nicht immer zu Recht. Alle Filme starten am Donnerstag, ausführliche Reviews in Heft 32.